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Berichte/Artikel
 

Städtereisen sind auch für Rollstuhlfahrer eine sehr interessante Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Rom ist natürlich eines der begehrtesten Städteziele europa- und auch weltweit. Um dem Besucheransturm zu umgehen, besuchten wir Rom im März 2012.

Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug. Leider gab es hier Probleme mit dem Rollstuhlservice, da ich, obwohl richtig angemeldet, nicht als komplett gehunfähig, sondern nur gehbehindert eingebucht war. Somit fehlte jedes Mal beim Ein- und Aussteigen, der spezielle Service. Dieser wurde dann angefordert und kam nach zeitlicher Verzögerung. Trotz allem sind wir wohlbehalten angekommen.

Das von uns gebuchte Hotel Hosanium Palace ist ein Mittelklasse Hotel in sehr gepflegter Ausstattung. Die Lage des Hotels ist perfekt, um die Stadt Rom auch ohne Verkehrsmittel zu erkunden zu können. Es befindet sich in einer der engen Seitengassen mit typischem italienischen Style und einer wunderschönen Dachterrasse. Das behindertengerechte Zimmer ist über einen Lift erreichbar und sehr geräumig. Das Bad hat eine befahrbare Dusche mit Haltestange, allerdings ist die Fläche der Dusche nur ca. 80x80 cm groß. Das Waschbecken ist unterfahrbar, der Spiegel dazu allerdings nicht verstellbar.


Zimmer


Am ersten Abend unternahmen wir einen Spaziergang, um das Umfeld und die Lage des Hotels zu erkunden. Hierbei stellten wir fest, dass ein Spaziergang durch die Stadt sehr anstrengend ist. Teilweise sind Gehwege wunderbar abgesenkt, oft jedoch leider nicht und auch mit Kopfsteinpflaster und Gehwegplatten, die gegeneinander aufkanten, versehen.

Einem Besuch von Rom als Rollstuhlfahrer ohne Begleitung ist daher eher abzuraten.

Sehr positiv hervorzuheben ist allerdings, dass für Rollstuhlfahrer und deren Begleitung die Eintritte zu den Sehenswürdigkeiten und Museen frei sind. Auch die von uns gebuchte Stadtrundfahrt mit einem "Hopp on Hopp off" Busunternehmen war für mich als Rollstuhlfahrer frei. Diese Busse eignen sich hervorragend um eine Stadt kennenzulernen. Unser Ticket war 36 Stunden gültig und die Busse fuhren im 30 Minuten Takt, so dass man ganz nach Belieben ein- und aussteigen konnte. Man erhält Kopfhörer und in der gewünschten Sprache die Erläuterung der Sehenswürdigkeiten, die passiert werden. Beim Transfer in den Bus wird eine Rampe ausgeklappt.

Als erstes fuhren wir eine komplette Rundfahrt, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Roms anfährt um einen Überblick zu erhalten. Anschließend entschieden wir uns für den Besuch des Nationalmuseums und hatten dort vom Dach aus einen sensationellen Rundblick über Rom.


Nationalmuseum  
Ausblick  
Rom Rom


Auf unserer Stadtrundfahrt konnten wir bereits viele Sehenswürdigkeiten Roms im Vorbeifahren betrachten und waren von der Stadt voll begeistert.
 
 
 
 
 
   
Natürlich war es für uns ein Muß die Vatikanstadt zu besuchen. Die Schlange um den Eintritt zu erlangen war auch hier für uns nicht von Belang, da Rollstuhlfahrer nirgends anstehen müssen und durch gesonderte Abfertigungen Zutritt erhalten. Der Sicherheitsstandard ist im Vatikan natürlich sehr hoch. Der Petersdom beeindruckte sehr mit seiner brunkvollen Ausstattung und Statuen, wie der berühmten Statue "Michelangelo`s Pieta" und ließ uns innehalten.
 
   
Um zur berühmten Sixtinischen Kapelle zu gelangen, mußte ich als Rollstuhlfahrer einen anderen Weg nehmen, der nur einen Teil der Vatikanischen Museen streifte, allerdings auch hier schon sehr beeindruckend war. Jeder Teil beinhaltete ein anderes Thema mit Wandmalereien. Die Sixtinische Kapelle war überwältigend mit seinen Malereien und dem berühmten Teil der Deckenmalerei "Der Erschaffung Adams" von Michelangelo versehen. Allerdings war die Kapelle übervoll von Besuchern und nicht nur für mich als Rollstuhlfahrer nicht sehr angenehm zu besichtigen.
 
   
Während der Stadtrundfahrt sahen wir, dass ein Besuch der Spanischen Treppe übergangen werden konnte, da diese übervoll mit Menschen war und für mich als Rollstuhlfahrer kein positives Erlebnis gewesen wäre. Jedoch konnten wir den Trevi Brunnen, das Pantheon während unserem Spaziergang durch Rom besichtigen.
 
 
 
   
Während des Spazierganges entdeckten wir immer Zeugnisse vergangener prunkvoller Zeiten und genossen das südländischen Flair in den engen Gassen.
 
   
Zum Abschluß unseres Rombesuches besichtigten wir ein weiteres Wahrzeichen von Rom, das Kolosseum. Auch dieses war für uns "zu Fuß" vom Hotel aus erreichbar. Auf dem Weg dahin streiften wir das Forum Romanum, die antike Metropole von Rom und den Circus Maximus, dem größten Circus im antiken Rom. Wider erwartens ist das Kolosseum auch für Rollstuhlfahrer gut zu besuchen, die erste Etage ist über einen Lift erreichbar.
 
 
   

Auch wenn die Straßen und Wege teilweise schwierig zu passieren waren, haben wir den Besuch der Stadt Rom sehr genossen und könnnen eine Besichtigung nur weiter empfehlen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die zahlreichen Gäste von Rom zu einer späteren Reisezeit als im März eine Besichtigung doch eher schwierig gestalten lassen, auch wenn man als Rollstuhlfahrer bei den Sehenswürdigkeiten nicht unbedingt anstehen muß.

Die Römer haben sich als ein sehr gastfreundichen Volk erwiesen und waren sehr entgegenkommend um mir den Zugang zu den Restaurants und Cafes zu ermöglichen. Sobald ich am Einlaß einer Sehenswürdigkeit stand, kam mir Personal entgegen und hat mir den Weg gewiesen.

Bei Interesse für die Planung eines Besuches stehe ich sehr gern zur Verfügung.