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Berichte/Artikel
Unsere Kunden haben uns folgenden Reisebericht zu Ihrer Urlaubsreise nach Paphos in das Hotel Constantinou Athena Beach zur Verfügung gestellt:

Der gemeinsame Familienurlaub zu dritt kam in diesem Jahr wegen einer beruflichen Umorientierung nicht in Frage. Unser Sohn ist 11 und ich, seine Mutter, sitze im Rollstuhl. Als Familie sind wir campingerprobt, unser über 30 Jahre alter VW-Bulli hat uns schon auf einige super ausgestattete Campingplätze getragen und ich habe in vorfamiliärer Zeit schon die eine oder andere Fernreise hinter mir. Ob ich es da wagen kann, mit meinem Sohn alleine das Weite zu suchen?
Meine Idee war es, ein gut ausgestattetes Hotel in der Nähe einer interessanten Stadt zu finden. So dass man an schlechten Tagen einfach im Hotel bleiben kann, aber eben auch die Möglichkeit hat, in der Nähe etwas zu besichtigen oder einfach zu unternehmen.
Mit Hilfe von „Behindertengerechte Reisen“ habe ich mich mit meinem Sohn im Hotel Constantinou Athena Beach Hotel in Paphos auf Zypern einquartiert.


Anreise
Der Flug ging von Hannover über Wien bis Paphos. In Wien hatten wir nur 40 Minuten Zeit zum Umsteigen. Der Wiener Flughafen-Service ist super effektiv und flott, so dass alles geklappt hat. Am Flughafen in Paphos ist der Service ebenfalls perfekt. Ich hatte keinen Transfer zum Hotel gebucht, sondern wollte ein normales Taxi nehmen. Der Flughafen-Mitarbeiter hat mich bis vor den Flughafen gebracht. Dort gibt es ein Pult, an dem jemand die Taxifahrten vermittelt. Dies wurde für mich geregelt und ich wurde bis zum Taxi gebracht.


Das Hotel
Das 4 - Sterne - Hotel Athena Beach verfügt über einen stufenlosen Eingang, das Personal ist sofort zur Stelle, um mit dem Gepäck zu helfen. Die Eingangshalle mit ihrer Glasfront zum Meer ist sehr imposant, es gibt auch Sitzmöglichkeiten und eine Terrasse auf dieser Etage – diese ist leider nur über zwei Stufen erreichbar. Um zu den Pools, dem weitläufigen Garten und zum Strand zu kommen, muss man einen der vier Aufzüge benutzen (Aufzugknöpfe haben Braille-Schrift). Unten gelangt man über gut befahrbaren Untergrund bis an den Strand, allerdings nicht bis ans Wasser. In das Wasser gelangt man über Stege – mit dem Rollstuhl auch mit Hilfe ziemlich schwierig. Allerdings waren nur einige Hartgesottene im Wasser. Auch die Pools verfügen über keinen rollstuhlgerechten Zugang.


Das Zimmer
Es handelt sich nicht um ein rollstuhlgerechtes, sondern lediglich um ein rollstuhlfreundliches Zimmer. Es befindet sich auf gleicher Ebene mit der Rezeption. Man erreicht es durch eine schwergängige zweiflüglige Klapptür (da Brandschutztür), die vom Eingangsbereich zum Gästezimmerbereich führt. Dort ist es das erste Zimmer mit der Nummer 159. Auch dessen Tür ist mit einem Türschließer versehen, so dass man fürs Öffnen Kraft braucht.
Durch die Lage ist es eines der schlechtesten Zimmer des Hotels, man hört den Betrieb im Rezeptionsbereich. Nach außen befindet sich ein kleiner Balkon, den man über eine Schiebetür erreicht. Die Entriegelung hierfür befindet sich auf etwa 1,40 m Höhe. Der Balkon liegt leider gut von außen einsehbar im Eingangsbereich des Hotels, welcher auch von Reisebussen befahren wird. Auch die Fußgänger, die das Hotel verlassen oder betreten, können den Balkon einsehen. Es liegt außerdem zur Straße, so dass es bei geöffneter Balkontür recht laut werden kann. Die Tür schließt allerdings so gut, dass sie den Lärmpegel aussperren kann.
Zur Zimmerausstattung gehört ein Wasserkocher, Tassen, Teebeutel etc. Dies befindet sich ebenfalls auf etwa 1,40 m Höhe, kann aber auf Anfrage auf den Schreibtisch verlegt werden.
Im Zimmer befindet sich ein Velourteppich, durch den mein Rollstuhl etwas schwergängig wurde. Die Betten sind mit etwa 60 cm etwas hoch, die Matratzen allerdings sehr bequem.
Das größte Manko ist das mit etwa 4qm sehr kleine Badezimmer, dessen Lichtschalter sich außen in Höhe von etwa 1,40 m befindet. Die Tür öffnet ins Badezimmer, so dass man, wenn man vor der Toilette steht, die Tür nicht schließen kann. Man muss erst um die Tür herum in den recht kleinen Duschbereich zirkeln, um die Tür zu machen zu können. Die Toilette ist geschätzte 45 cm hoch, ich empfand sie als sehr niedrig. Der mir vom Hotel zur Verfügung gestellte Duschhocker war noch niedriger. Das Waschbecken dagegen war zwischen 80 und 90cm hoch und in einer Marmorplatte eingelassen, so dass man gezwungenermaßen immer etwas auf Abstand zum Waschbecken bleiben musste. Ich verfüge über einen schmalen Rollstuhl, den ich ohne Fußrasten benutzen kann. Mit der Zimmerausstattung kam ich daher zurecht. Wäre der Rollstuhl breiter und länger gewesen, hätte das Badezimmer ein Problem werden können. Man kann allerdings Hilfsmittel leihen, um damit die für einen passenden Höhen zu erreichen.

 
 

Ausflüge
Direkt am Meer führt ein teilweise gut ausgebauter Weg bis zum alten Hafen. Der Weg direkt am Hotel ist gepflastert, ansonsten ist es ein festgetretener, teilweise steiniger Sandweg mit einigen Steigungen und Gefällen. Alle sind mit ein bisschen Kraft zu bewältigen, aber der gesamte Weg ist etwa drei Kilometer lang – und man muss ihn ja schließlich auch wieder zurück. Im Hotel wird ein Scooter/Elektromobil vermietet, der hier vielleicht eine Hilfe ist.
Eine gute Alternative, um mobil zu sein, ist das öffentliche Bussystem. Eine Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Hotel, mit der Linie 611 gelangt man problemlos zum Hafen und von dort auch in die Innenstadt. Ein Ticket kostet 1,50 €, ermäßigt 0,75€, es gibt auch eine Tageskarte für 5 €. Alle Busse sind moderne Niederflurbusse mit ausklappbarer Rampe. Die Busfahrer sind auf zack, sie steigen aus und sind behilflich.

 


Am Hafen kann man Schiffsausflüge buchen. Wir haben uns für das „Real Glas Bottom Boat“ entschieden (Erwachsene 10€, Kinder 5€). Die Besatzung ist sehr hilfsbereit und hat mich mitsamt dem Rollstuhl aufs Boot nach oben gehieft. Mein 54 cm breiter Rollstuhl passte so gerade eben durch den Steg zum Boot, wenn der Rollstuhl breiter ist und man nicht die paar Schritte gehen kann, sollte man sich nochmal erkundigen, ob es geht.


Und natürlich wollten wir den Archäologischen Park nicht versäumen. Der ist allerdings ein Abenteuer für sich. Zunächst führt eine sehr steile geteerte Straße zum Eingang. Bevor man aufs Geteerte kommt, muss man ein Kiesbett durchqueren, in dem mein Rollstuhl stecken blieb. Die Steigung hätte ich alleine nicht geschafft, mein Sohn musste mit anpacken. Mein Sohn und ich kamen übrigens umsonst aufs Gelände und ich sollte auch bald erfahren, warum.
Zwar gibt es diese Schilder:

   


Aber die dazugehörigen Wege kann man als Feldwege bezeichnen. Einige Meter rollt es, aber dann muss man über steinige Stellen, mit teilweise Steigungen bzw. Gefällen. Die Mosaiken konnte ich nicht besichtigen, die Wege und Stege, die darüber führten, waren alle mit Treppenaufgängen versehen. Selbst mit tatkräftiger Hilfe wäre es ein Hoch- und Runtertragen gewesen. Ich habe mich allerdings mit Willenskraft auf den Wegen durchgekämpft und davon 9 Blasen davongetragen. Trotzdem hat es sich gelohnt, man fährt teilweise auf Steinen, die bearbeitet worden sind – und das vor rund 2000 Jahren!

 

Die Innenstadt von Paphos habe ich auf Anraten einer Hotelmitarbeiterin nicht besichtigt. Paphos wird 2017 eine europäische Kulturhauptstadt und so ist die Innenstadt eine Baustelle geworden. Ich konnte aber feststellen, dass an vielen Stellen abgesenkte Bordsteinkanten waren, so dass ich hoffe, dass nach dem Umbau die Innenstadt um ein Vielfaches an Barrierefreiheit bereichert sein wird. Dort, wo die Bordsteinkanten nicht abgeflacht sind, sind sie sehr hoch – man kommt nicht ohne weiteres wieder hoch.
Insgesamt war es ein gelungener Urlaub mit viel Sonne, für meinen Sohn ein Menge Badespaß und für mich Ruhe und Erholung direkt am Meer. Das Frühstücks- und Dinnerbüffet im Hotel waren absolut klasse und das Personal sehr freundlich und für jede Frage offen. Auf dem Außengelände des Hotels konnte ich mich problemlos bewegen – hier fand ich die erhoffte Oase. Tatkräftige Hilfe ist mir auch sonst auf meinen Wegen in Paphos in einer unaufdringlichen, höflichen und sehr warmherzigen Art entgegengebracht worden. Ich kann mir daher gut vorstellen, hier nochmal einen Urlaub zu verbringen – würde für den nächsten Urlaub aber mehr Informationen bezüglich der Mobilität in Paphos und Umgebung vorab beim Reisebüro erfragen.

 
Weitere Informationen zum Hotel können Sie lesen unter Hotels Zypern Constantinou Athena Beach